Arolsen und seine Brauerei
Von der Klosterbrauerei zum Hofbrauhaus
Man schrieb das Jahr 1131 als die Edelfrau Gepa von Itter ein
Nonnenkloster nach der Regel des Heiligen Augustinus auf ihrem Besitz
Aroldessen stiftete. Die frommen Schwestern mussten von ihrer Hände
Arbeit leben und sich völlig selbst versorgen. Dazu gehörte in Klöstern
auch selbstverständlich ein eigenes Bier.
Bier ist eines der ältesten Getränke der Menschheit, und den frommen
Schwestern und Brüdern in den Klöstern verdanken wir dieses besonders
schmackhafte und bekömmliche Volksgetränk in Deutschland. Neben Gebeten
und Arbeit (ora et labora) wurde in den Klöstern zugleich auch eine
„Bierkultur“ entwickelt. Das „flüssige Brot“ war ein wichtiges
Nahrungsmittel für Nonnen und Mönche, nicht nur in der Fastenzeit.
Das Augustiger-Nonnenkloster wurde 1493 in ein Antoniter-Mönchskloster
umgewandelt – und Bier wurde weiterhin gebraut. Doch schon 1526 – nach
Reformantion und Säkularisation – kam das Kloster mit Backhaus,
Brauhaus, Mühle, Käserei, Stallungen, Eiskeller und allem Inventar in
den Besitz der Waldecker Grafen, die schon bald daraus ihre Residenz
machten.
Aus den Grafen wurden Fürsten, die 1729 mit dem Bau des Schlosses
begannen.
Die Fürsten führten die Tradition des Bierbrauens weiter. 1729 wird
erstmals bekannt, dass der Landesherr die Brauerei verpachtet und
zugleich dem Pächter das Recht zuspricht, einen „Krug“ zu führen.
Braumeister Heinrich Brüne wurde 1891 Pächter und erwarb den Besitz
1910 von der Fürstlichen Revenuenverwaltung. Die Familie Brüne ist nun
schon über 110 Jahre mit Erfolg dabei, ein schmackhaftes Bier zu brauen
– das Arolser Bier.
Schon um die Jahrhundertwende verfügte das Haus über eine Gaststätte.
Im Verlauf der Jahrzehnte wurde sie mehrmals umgebaut und neu
eingerichtet. Als Ergänzung zu dem als Schlemmerlokal bekannten
Restaurant „Zum Hofbrauhaus“ wurde im Frühjahr 1990
das „Brauhaus – Hotel“ eröffnet.